2008 war das Jahr der Mathematik. Die Stadt Schwäbisch Gmünd hat dies mit einem mathematischen Spaziergang durch die Stadt gefeiert. Der Weg wurde von Studierenden der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd entwickelt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie ausgearbeitete mathematische Wege durch verschiedene Städte zum direkten Einsatz im Mathematikunterricht oder als Anregung, eigene Wege durch die eigene Stadt zu entwickeln.

Alle Beispiele wurden von Studierenden der PH Schwäbisch Gmünd entwickelt.

Viel Spaß auf dem Weg!

 

Hintergrund:

In den letzten Jahrzehnten hat sich unser Leben verändert. Das Leben ist weitgehend digitalisiert und findet für viele von uns vorwiegend in geschlossenen Räumen statt. Während Kinder früher ihre Erfahrungen unmittelbar in der Natur machten, lernen Kinder heute eher aus zweiter Hand über soziale Medien, durch Videos, Computerspiele usw. Die Pflanzen und Tiere in ihrer Umgebung, aber auch die Gebäude und Besonderheiten ihrer Heimatstadt kennen viele kaum oder gar nicht. Dies gilt oft sogar für Erwachsene.

Viele Menschen gehen täglich durch ihre Stadt, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Wer sich die Zeit nimmt, in einem Cafe oder Restaurant zu verweilen und dabei auch einmal umherblickt, wird sehen, wie viel Schönes eine Stadt bieten kann. Wer darüber hinaus einmal nur durch die Stadt geht, um sie kennen zu lernen und dabei auch durch die Seitengassen und die Grünanlagen geht und an einzelnen Häusern oder Plätzen stehen bleibt, wird viel entdecken. Das lohnt sich in jeder Stadt: Häuser, Kirchen, Türme, Brunnen, Plätze, Kunstwerke usw. sind spannende Anlaufpunkte genauso wie die Autos im Kreisverkehr, die Busse und Menschen.

Der bekannte Mathematiker Ian Stewart hatte recht, als er behauptete, dass alles von einem mathematischen Geist umgeben sei. Viele Gegenstände unseres Alltags wurden mit Hilfe von Mathematik entwickelt, zum Beispiel das Handy oder der Computer. Mathematik ist stets und überall im Hintergrund und hilfreich, wenn es darum geht, Fragen zu beantworten, Dinge zu untersuchen, zu beschreiben oder zu erklären. Nur oft wissen wir es gar nicht.

Mit dem mathematischen Weg durch meine Stadt wird nun beides gleichzeitig angeregt: das Kennenlernen der Stadt und das Erfahren von Mathematik und ihrer Bedeutung in angewandten Situationen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt werden verschiedene Orte und Sehenswürdigkeiten angelaufen und genauer betrachtet. An jeder Station regen mathematische Aufgaben oder Probleme zum Nachdenken und zu einer genaueren Beschäftigung mit dem Ort an. Man entdeckt zum Beispiel geometrische Körper und erfährt, dass die Höhe des Turms, die Wassermenge des Brunnens oder die Wahrscheinlichkeit dafür, den passenden Bus zu erreichen, einfach mit unseren mathematischen Kenntnissen herausgefunden werden kann. An einigen Stationen findet man eine Antwort sehr schnell, an anderen muss man sich etwas mehr Zeit nehmen – aber es lohnt sich!